Geschrieben am 1. Juli 2010 von bob. Ein Kommentar

Garr Reynolds bei "zen & the art of the pitch" in Paris

Wie werden unseren Präsentationen besser? Wie erreichen wir unser Publikum? Wie begeistern wir unsere Zuhörer?

Diese Fragen habe wir uns alle schon gestellt. Wenn wir zum Beispiel Investoren für eine Geschäftsidee suchen, haben wir nur eine Chance, uns und unsere Ideen zu präsentieren. Auch unternehmensinterne Veränderungen und Projekte wollen wir so präsentieren, dass unsere Zuhörer von unserer Begeisterung angesteckt werden.

Es gibt einige Menschen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, uns allen zu helfen, besser zu präsentieren. Einer von diesen Menschen (und der, der mich am stärksten beeinflusst hat) ist Garr Reynolds. In seinem Blog auf presentation zen gibt er seit Jahren gute Ratschläge für bessere Präsentationen. Sein Buch ZEN oder die Kunst der Präsentation. Mit einfachen Ideen gestalten und präsentieren ist der Bestseller zum Thema Präsentationen.

Am vergangenen Freitag habe die Jungs von Ideas on Stage, Phil Waknell (Phil’s Blog) und Pierre Morsa (Pierre’s Blog) in Paris den Event “zen & the art of the pitch” organisiert. Einer der Sprecher war Garr Reynolds und auch die anderen Vorträge haben sich vielversprechend angehört. Also bin ich aus Bern nach Paris gereist.  Und gleich mal vorab: Es hat sich wirklich gelohnt.

Der Pitch ist beim Baseball der Wurf, der den Ball ins Spiel bringt. Im Business reden wir von einem Pitch, wenn wir unsere Idee, unser Unternehmen oder unser Produkt ins Spiel bringen wollen. Das können wir bei Investoren, bei Geschäftspartnern oder auch bei Kunden machen.

Phil Waknell in ParisPhil hat mit einer Fussball-Analogie in das Thema eingeführt, was nach dem Aus für die Franzosen bei der WM zumindest mutig war. Aber er war damit erfolgreich.

Um beim Fussball zu gewinnen braucht es vier Dinge:
  • Kenne Deinen Gegner (Know the opposition): Kenne Dein Publikum, stelle Dich auf Dein Publikum ein.
  • Kenne Dein Team (Know your team): Kenne Deine Stärken und Schwächen (und die des Teams) . Wer kann eine gute Geschichte entwickeln? Wer kann die Unterlagen entwickeln? Wer kann die Präsentation halten? Die beste Person für jeden Job.
  • Schiesse Tore (Score Goals): Kenne Deine Ziele und verfolge sie in der Präsentation.
  • Starke Abwehr (Strong defense): Sei auf kritische Fragen vorbereitet.

Diese Analogie war ein guter Start und lies auf einen tollen Abend hoffen.

Laurance Onfroy bei "zen & the art of the pitch" in ParisIm Anschluss hat dann Laurance Onfroy den Vortrag “Pitching for success” gehalten. Sie hat davon berichtet, wie sie Ihr erfolgreiches Startup TemptingPlaces bei Investoren, Geschäftspartnern und Kunden “gepitched” hat. Wie sie also ihre Ideen den Zielgruppen präsentiert hat, um diese zu begeistern und ins Boot zu holen.

Auch dieser Vortrag war sehr spannend. Sie hat betont, wie wichtig es ist, selbst von der Idee begeistert zu sein. Der eigene Enthusiasmus kann so überspringen. Es ist schön zu hören, wie Menschen mit einer tollen Idee dank ihrer guten Strategie und deren Umsetzung Erfolg haben.

Pierre Morsa bei "zen & the art of the pitch" in ParisDanach hat Pierre Morsa seinen Vortrag “Death by Twitter: how social media can kill your talk – and how to avoid it” gehalten. Er hat sehr plastisch beschrieben, wo die Risiken von Twitter und anderen sozialen Medien liegen. Diese Risiken betreffen einerseits die Präsentierenden und andererseits auch ganze Unternehmen. Wer jetzt bei einer Konferenz als Sprecher versagt, der kann davon ausgehen, dass das nicht auf den kleinen Teilnehmerkreis beschränkt bleibt. Sowohl die guten Beispiele als auch die Tips zum Umgang mit diesen Risiken waren wirklich interessant.

Nach einer kurzen Pause (es war heiss dort!) kam dann Garr Reynolds mit seinem Vortrag “Presentation Zen Design: the art of presenting naked“. Seine Bücher sind sehr gut, aber der Mann weiss nicht nur theoretisch, wie man präsentieren sollte. Er kann es auch praktisch. Ich war – wie die anderen wohl auch – begeistert. Trotz der Hitze und des anstrengenden Tages konnte Garr mich die ganze Zeit zu 100% am Ball halten. Dieser Vortrag hätte auch gerne noch länger sein können.

Garr Reynolds signiert Bücher be "zen & the art of the pitch" in ParisIm Anschluss musste Garr noch eine Stunde Bücher signieren (Pearson, Garr’s Verleger für Frankreich, hat extra einen kleinen Stand aufgebaut und Bücher verkauft – Danke Cecile). Und ich muss sagen: Auch das hat er sehr sympathisch und professionell gemacht.

Ich hatte das Glück, anschliessend noch mit Phil, Garr und Alexei essen gehen zu können. Drei sehr unterschiedliche – und jeder auf seine Art – sehr interessante Menschen. Vom Managementprofessor aus Japan (Garr) über den erfahrenen Manager, der grade ein eigenes Unternehmen gegründet hat (Phil) bis zum Studienabgänger, der auch grade sein eigenes Unternehmen gegründet hat (Alexei). Menschen mit Visionen, Menschen, die von dem begeistert sind, was sie tun, sind immer eine Bereicherung.

Ich bin sehr froh, mich kurzfristig für den Trip nach Paris entschieden zu haben. Ich habe wirklich tolle Leute kennen gelernt. Besonders dankbar bin ich den Rednern Garr, Laurance und Pierre, dem Organisator Phil und meinen drei Dinnerbegleitern. Es war wirklich ein toller Tag!

Zum Schluss noch ein philosophisches Fundstück des Abends: Je weniger Du erwartest, umso glücklicher bist Du.

Bücher:

Pages/Blogs:

  • www.presentationzen.com: Die Seite von Garr Reynolds zum Thema Präsentieren.
  • prezentation.ch: Meine Seite zu Präsentationsdesign und Vortrag mit Übersetzungen von Presentation Zen (Garr Reynolds)
  • blog.duarte.com: Das Blog von Duarte Design (Nancy Duarte), einer der grossen Firmen für Präsentationsentwicklung
  • www.ideasonstage.com: Die Seite des Organisators von “zen & the art of the pitch” in Paris, ebenfalls spezialisiert in Coaching rund um Präsentationen.

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